Die Schweizer Baubranche blickt mit Zuversicht auf 2026. Laut dem Schweizerischen Baumeisterverband ist das Bauhauptgewerbe 2025 um 2,1 Prozent auf knapp 23,9 Milliarden Franken gewachsen. Der Wohnungsbau legte mit 4,8 Prozent überdurchschnittlich zu. Für 2026 erwartet der Verband einen Umsatz von rund 24,4 Milliarden Franken, und der Wohnungsbau soll der wichtigste Wachstumstreiber bleiben.
Wohnungsbau: zu wenig neue Wohnungen
Trotz des Wachstums reicht die Zahl neuer Wohnungen nicht aus. Der Baumeisterverband schätzt den Bedarf auf rund 50’000 Wohnungen pro Jahr. Diese Marke wurde zuletzt 2018 erreicht. Die Folge sind tiefe Leerstände und steigende Mieten, vor allem in den Zentren und Agglomerationen.
Das Bundesamt für Wohnungswesen stellt fest, dass die Zahl der Baubewilligungen seit 2024 wieder zugenommen hat, zuletzt allerdings nur noch schwach. Eine Erholung der Wohnungsproduktion scheint möglich, ist aber kein Selbstläufer.

Längere Bewilligungsverfahren
Ein wichtiger Grund für die Verzögerungen sind die Bewilligungsverfahren. Sie werden länger, unter anderem wegen Einsprachen und weil Verdichtungsprojekte komplexer sind als Bauten auf der grünen Wiese. Wer heute ein Mehrfamilienhaus plant, muss mit mehr Abklärungen und mehr Zeit rechnen.
Auf der Kostenseite gibt es dagegen etwas Entspannung. Nach den starken Preissteigerungen der Jahre nach 2021 ist die Bauteuerung laut Bundesamt für Wohnungswesen inzwischen fast zum Stillstand gekommen. Die Schweizerische Nationalbank hat den Leitzins im Juni 2026 bei null Prozent belassen.

Was Bauherrschaften daraus lernen können
Wenn Verfahren länger dauern, wird die Vorbereitung entscheidend. Ein Projekt, das früh mit Behörden und Nachbarschaft abgestimmt ist, hat bessere Chancen, ohne Verzögerung bewilligt zu werden.
- Bau- und Zonenordnung früh und genau prüfen
- Nachbarn und Gemeinde rechtzeitig informieren
- realistische Terminpläne mit Reserven aufstellen
- Kosten und Finanzierung auf mehrere Szenarien auslegen

Wohnungsbau im Aargau: Chancen in den Regionen
Der Druck auf den Wohnungsmarkt ist nicht nur in den grossen Städten spürbar. Auch in Regionen mit guter Verkehrsanbindung, wie dem Raum Baden oder dem Freiamt, steigt die Nachfrage nach Wohnraum. Gemeinden mit Bahnanschluss und Nähe zu Zürich oder Zug sind besonders gefragt.
Für Bauherrschaften bedeutet das Chancen, aber auch Verantwortung. Gute Projekte fügen sich ins Ortsbild ein, nutzen das Grundstück sinnvoll und bieten Wohnungen, die zur Nachfrage passen. Das schafft Akzeptanz und erleichtert die Bewilligung.
Was heisst das für Ihr Projekt?
Als Totalunternehmerin begleiten wir Wohnbauprojekte von der Machbarkeit bis zur Übergabe, aktuell zum Beispiel den Boswilerhof in Boswil und den Stadtgarten in Baden. Mehr zur Immobilienentwicklung mit der Schauff GmbH.
Hilfreich ist auch, die Finanzierung früh zu sichern. Bei einem Leitzins von null Prozent sind Hypotheken vergleichsweise günstig, doch Banken prüfen Projekte genau. Ein sauber gerechnetes Projekt mit realistischem Zeitplan überzeugt Geldgeber und Käufer gleichermassen.
Der Wohnungsbau bleibt ein Wachstumsmarkt. Wer sein Projekt sorgfältig vorbereitet, kann die Chancen nutzen, auch wenn der Weg zur Baubewilligung länger geworden ist.
Quellen
- Moneycab: Baubranche erwartet 2026 stabiles Plus, mehr Wohnungen gefordert
- Bundesamt für Wohnungswesen: Wohnungsmarkt 2026
- PostFinance: Hypothekarzinsprognose
Stand: Oktober 2026. Dieser Beitrag ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung.